In den Schlusskapiteln von "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horváth wird der Lehrer als eine komplexe Figur dargestellt, die mit inneren Konflikten und der moralischen Verantwortung konfrontiert ist. Er steht symbolisch für die Werte und Ideale, die in einer von Krieg und Ideologie geprägten Gesellschaft verloren gehen. Der Lehrer reflektiert über seine Rolle und die Auswirkungen seiner Erziehung auf die Schüler. Er erkennt die Entfremdung und die Abkehr von humanistischen Werten, die in der Gesellschaft vorherrschen. Seine Zweifel und die Auseinandersetzung mit der eigenen Ohnmacht gegenüber dem System verdeutlichen die Tragik seiner Figur. In diesen Kapiteln wird auch deutlich, dass der Lehrer nicht nur ein passiver Beobachter ist, sondern aktiv über die Konsequenzen seines Handelns nachdenkt. Diese Selbstreflexion führt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Normen und der Verantwortung des Einzelnen in einer moralisch fragwürdigen Welt.