Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen, wurde 1893 in Greifswald geboren und erlebte ein Leben voller Herausforderungen Umbrüche, die sein literarisches Werk stark prägten. Zu den prägenden Faktoren gehören: 1. **Familienhintergrund**: Fallada wuchs in bürgerlichen Familie auf, was ihm eine gewisse Bildung und Zugang zu Literatur ermöglichte. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann, was ihm eine privilegierte Kindheit bot. 2. **Erster Weltkrieg**: Der Dienst im Ersten Weltkrieg hinterließ bei Fallada tiefe Spuren. Die Erfahrungen an der Front und die damit verbundenen Traumata beeinflussten seine Sicht auf das Leben und die Gesellschaft. 3. **Persönliche Krisen**: Fallada kämpfte zeitlebens mit psychischen Problemen, Alkoholismus und finanziellen Schwierigkeiten. Diese persönlichen Kämpfe spiegeln sich in vielen seiner Werke wider, in denen er oft die Isolation und das Leiden des Individuums thematisiert. 4. **Politische Umbrüche**: Die politischen Veränderungen in Deutschland, insbesondere die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus, hatten großen Einfluss auf sein Schreiben. Fallada war ein kritischer Beobachter der Gesellschaft und thematisierte in seinen Romanen die sozialen Missstände und die Auswirkungen des Totalitarismus. 5. **Literarische Einflüsse**: Fallada war von verschiedenen literarischen Strömungen beeinflusst, darunter der Expressionismus und der Realismus. Seine Werke sind oft geprägt von einem tiefen Verständnis für die menschliche Psyche und sozialen Realitäten. 6. **Zweiter Weltkrieg**: Die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegsjahre waren entscheidend für Falladas Schaffen. Sein bekanntestes Werk, "Jeder stirbt für sich allein", entstand in dieser Zeit und thematisiert den Widerstand gegen das NS-Regime. Diese Faktoren zusammen haben Hans Falladas Leben und Werk maßgeblich geprägt und machen ihn zu einem bedeutenden Vertreter der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts.