Was entscheidet, ob man Handmaid, Wife oder etwas anderes wird?

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**Entscheidend ist nicht „Wert“, sondern Funktion im System: In *The Handmaid’s Tale* wird eine Frau danach eingeteilt, wofür Gilead sie benutzen kann – vor allem nach Fruchtbarkeit, sozialem Status und politischer Loyalität.** Eine **Wife** wird meist die Ehefrau eines hochrangigen Mannes. Das ist eine Statusrolle, keine frei gewählte Identität. Entscheidend sind Herkunft, Ansehen und die Position des Ehemanns. Eine **Handmaid** wird eine fruchtbare Frau, die vom Regime als „nützlich“ für Geburten eingestuft wird. Gerade Frauen, die aus Sicht Gileads moralisch oder politisch „schuldig“ sind, aber Kinder bekommen können, werden oft zu Handmaids gemacht. Fruchtbarkeit schützt sie also nicht – sie macht sie erst recht verwertbar. Das „andere“ sind je nach Rolle zum Beispiel **Marthas** (Hausarbeit), **Econowives** (Ehefrauen armer Männer, die alles zugleich machen), **Aunts** (Frauen, die andere Frauen disziplinieren) oder **Unwomen**. Der entscheidende Unterschied ist: Oben stehen Status und Macht des Haushalts, unten die konkrete Verwendbarkeit der Frau für Haushalt, Geburt oder Kontrolle. Der harte Kern dahinter: Gilead fragt nicht, **wer** eine Frau ist, sondern **wofür** sie gebraucht wird. Genau das macht die Einteilung so brutal.

Kategorie: Literatur Tags: Handmaid Wife Rollen