Warum bestehen TV und Bücher gefühlt nur noch aus Krimis?

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**Weil Krimis für Sender und Verlage das sicherste Massenprodukt sind: Sie liefern verlässlich Publikum, sind leicht vermarktbar und funktionieren emotional sofort – deshalb verdrängen sie andere Stoffe, obwohl objektiv nicht „alles“ nur noch Krimi ist.** ## Warum es so wirkt Im deutschen Buchmarkt gehören Krimis seit Jahren zu den beliebtesten Genres; zugleich haben sie eine besonders treue Stammleserschaft. Im Fernsehen sind Krimireihen ebenfalls überdurchschnittlich stark, und Formate wie der „Tatort“ zählen weiter zu den reichweitenstärksten Reihen. Wenn ein Genre zugleich oft gekauft, oft eingeschaltet und leicht wiederholbar ist, wird es überproportional produziert. ([de.statista.com](https://de.statista.com/infografik/amp/27269/beliebteste-buechergenres-in-deutschland/)) Der entscheidende Punkt ist: Krimis lösen ein Problem, das viele andere Stoffe nicht so zuverlässig lösen. Sie geben sofort Spannung, eine klare Frage und am Ende meist Ordnung. Für Sender heißt das planbare Quote, für Verlage planbaren Absatz. Genau deshalb entstehen Serien, Reihen, Kommissar-Marken und immer neue regionale Varianten. ([zeit.de](https://www.zeit.de/online/2007/11/krimiserie)) ## Warum gerade Krimis so gut „industriell“ funktionieren Ein Krimi hat ein extrem stabiles Grundgerüst: Verbrechen, Ermittlung, Auflösung. Dieses Muster kann man endlos variieren, ohne das Publikum zu überfordern. Das ist der große Unterschied zu originellen Dramen oder literarisch anspruchsvolleren Stoffen: Die sind riskanter, weil sie stärker von Ton, Figuren und Inszenierung abhängen. Dazu kommt ein psychologischer Vorteil: Krimis erlauben, Angst, Gewalt und moralische Konflikte in kontrollierter Form zu erleben. Das Publikum bekommt das Böse gezeigt, aber in einer erzählerisch beherrschten Welt. Gerade in unsicheren Zeiten ist das attraktiver als offene, ambivalente Geschichten ohne klare Auflösung. Diese Deutung wird auch in Kulturbeiträgen zum Krimi-Boom immer wieder hervorgehoben. ([zeit.de](https://www.zeit.de/2015/12/wolf-haas-autor-krimi-boom/komplettansicht)) ## Warum das im deutschen Fernsehen besonders auffällt Im deutschen TV ist der Krimi nicht nur ein Genre, sondern ein Programmsystem. Er passt perfekt auf feste Sendeplätze, braucht keine komplizierte Einstiegshürde und erreicht auch Gelegenheitszuschauer. Deshalb setzen vor allem große Sender lieber auf den nächsten soliden Ermittlungsfilm als auf ein neues Format, das scheitern könnte. Dass sogar „Urlaubskrimis“ im Ausland als eigene Unterform entstehen, zeigt, wie stark das Modell ausgeschlachtet wird. ([sueddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de/magazin/fernsehen/urlaubskrimi-tv-krimi-szm.94128)) Der wenig beachtete Punkt dabei: Es gibt nicht nur „zu viele Krimis“, sondern auch zu wenig Risiko. Krimis sind oft Symptom einer vorsichtigen Programm- und Verlagslogik, nicht bloß Ausdruck eines natürlichen Publikumsgeschmacks. ## Wichtiger Unterschied „Gefühlt nur noch Krimis“ heißt nicht, dass andere Genres verschwunden sind. Es heißt eher: Krimis sind sichtbarer, serieller und markenfähiger. Eine Liebesgeschichte erscheint als einzelner Titel. Ein Krimi erscheint als Band 12 einer bekannten Reihe, als TV-Reihe, als Mediathek-Empfehlung und als Wiederholung. Dadurch wirkt das Genre allgegenwärtiger, als es rein zahlenmäßig vielleicht ist. ([de.statista.com](https://de.statista.com/themen/2069/fernsehserien/)) Unterm Strich: Nicht das Verbrechen dominiert die Kultur, sondern die Suche nach dem kalkulierbarsten Format. Genau deshalb sieht man so viele Krimis – nicht weil sie künstlerisch überlegen wären, sondern weil sie wirtschaftlich und dramaturgisch am zuverlässigsten funktionieren.

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Es ist nicht die genannte Serie, sondern eine alte Serie?

Die Frage ist zu unklar, um sie zuverlässig zu beantworten. Es fehlt, welche Serie gemeint ist.

Wie viele Folgen der Krimiserie „Tatort“ wurden bis heute im deutschen Fernsehen ausgestrahlt?

Bis heute wurden 1.332 Folgen von „Tatort“ im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. (wunschliste.de)