Untypische Merkmale des Realismus in „Kleider machen Leute“?

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**Untypische Merkmale des Realismus in _Kleider machen Leute_**: - **Starke Rolle des Zufalls**: Wenzel Strapinski wird nur wegen seiner Kleidung für einen Grafen gehalten. Das wirkt eher märchenhaft als streng realistisch. - **Verwechslung als zentrales Motiv**: Die ganze Handlung basiert auf einer fast übertriebenen Täuschung, was für den Realismus etwas untypisch ist. - **Märchenhafte Züge**: Der soziale Aufstieg durch äußeren Schein erinnert teilweise an ein Märchen. - **Überzeichnung einzelner Figuren**: Manche Figuren wirken eher typisiert als psychologisch tief ausgearbeitet. - **Ironie und Satire**: Keller kritisiert die Gesellschaft stark über Zuspitzung und Spott; das geht über reine Wirklichkeitsdarstellung hinaus. - **Außergewöhnliche Handlung**: Die Geschichte ist nicht ganz alltäglich, obwohl der Realismus eigentlich das Wahrscheinliche und Bürgerliche zeigt. **Trotzdem realistisch bleibt das Werk**, weil: - Gesellschaft und soziale Ordnung glaubwürdig dargestellt werden, - Kleidung, Ansehen und bürgerliche Werte realistisch thematisiert werden, - die Novelle eine Kritik an Oberflächlichkeit und Standesdenken zeigt. **Kurzfassung**: Untypisch für den Realismus sind vor allem die **märchenhafte Verwechslung, der große Zufall und die zugespitzte Handlung**.