In Georg Büchners Drama "Woyzeck" spielen die ökonomischen Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle und beeinflussen die Handlung und die Charaktere maßgeblich. Woyzeck, der Protagonist, ist ein armer Soldat, der unter prekären finanziellen Verhältnissen leidet. Diese Armut zwingt ihn, zusätzliche Arbeiten zu übernehmen, wie etwa das Rasieren seines Hauptmanns und die Teilnahme an medizinischen Experimenten des Doktors, um seine Geliebte Marie und ihr gemeinsames Kind zu unterstützen. Die ökonomische Notlage Woyzecks wird als Ursache für seine psychische und physische Ausbeutung dargestellt. Seine Armut macht ihn anfällig für die Manipulation und Ausbeutung durch die höheren sozialen Schichten, wie den Hauptmann und den Doktor. Diese Figuren nutzen ihre Macht und Woyzecks Bedürftigkeit aus, um ihn zu erniedrigen und zu kontrollieren. Die ökonomischen Rahmenbedingungen sind somit ein zentrales Element, das die soziale Ungerechtigkeit und die Machtverhältnisse in der Gesellschaft aufzeigt. Sie tragen wesentlich zur Tragik der Figur Woyzeck bei und verdeutlichen die Auswirkungen von Armut und sozialer Ungleichheit auf das Individuum.