Im Sturm und Drang, einer literarischen Bewegung des späten 18. Jahrhunderts, wurden Emotionen als wichtiger als reine Vernunft angesehen, weil die Autoren und Dichter dieser Epoche eine Reaktion auf die vorangegangene Aufklärung darstellten. Die Aufklärung betonte Rationalität, Logik und wissenschaftliches Denken. Im Gegensatz dazu legte der Sturm und Drang Wert auf individuelle Gefühle, subjektive Erfahrungen und die Natur als Quelle der Inspiration. Die Vertreter des Sturm und Drang glaubten, dass die menschliche Existenz und Kreativität nicht vollständig durch Vernunft und Logik erfasst werden können. Sie sahen Emotionen als eine tiefere, authentischere Ausdrucksform des menschlichen Daseins. Diese Bewegung betonte die Bedeutung von Leidenschaft, Freiheit und dem Ausdruck des individuellen Genies. Werke dieser Zeit, wie Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" oder Schillers "Die Räuber", spiegeln diese Ideale wider und zeigen die Konflikte zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlichen Normen. Zusammengefasst: Im Sturm und Drang wurden Emotionen als wichtiger angesehen, weil sie als authentischer Ausdruck des menschlichen Erlebens und als Gegenbewegung zur rationalen und normativen Denkweise der Aufklärung verstanden wurden.