Wie beschreibt Christiane F. ihre Erfahrungen und ihr Verständnis vom Anschaffen gehen?

Antwort

Christiane F. beschreibt in ihrem autobiografischen Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ das Anschaffen (Prostitution) als einen Akt, der für sie zunächst mit großer Überwindung, Ekel und Angst verbunden ist. Sie schildert, wie sie sich anfangs dagegen sträubt, aber durch ihre Drogensucht und den damit verbundenen Geldmangel schließlich gezwungen ist, diesen Schritt zu gehen. Ihr Verständnis vom Anschaffen ist geprägt von Gefühlen der Entfremdung, Scham und Selbstverachtung. Sie sieht es nicht als freiwillige Entscheidung, sondern als eine Konsequenz ihrer Abhängigkeit und der Umstände, in die sie geraten ist. Christiane beschreibt, wie sie sich dabei selbst verliert und wie das Anschaffen sie emotional abstumpft. Es wird deutlich, dass sie sich dabei nicht als handelndes Subjekt, sondern als Objekt empfindet, das benutzt wird, um an Geld für Drogen zu kommen. Zusammengefasst: Für Christiane ist das Anschaffen ein notwendiges Übel, das sie aus Verzweiflung und Sucht heraus tut, ohne sich damit zu identifizieren oder es zu akzeptieren. Es ist für sie ein Ausdruck von Ausweglosigkeit und Selbstaufgabe.

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