Welche großen Marken verkaufen nur noch ihren Namen, während andere Hersteller billig produzieren?

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**Ja – das gibt es häufig, aber die pauschale Vorstellung „große Marke = nur noch Name, billig von irgendwem produziert“ ist zu grob. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Konzernmarke, Lizenzmarke und Fremdproduktion: Erst bei Lizenz- oder OEM-Modellen sagt der Markenname oft wenig über den tatsächlichen Hersteller aus.** ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/telefunken-comeback-tote-marken-leben-laenger/11737426.html)) ## Wo das wirklich oft vorkommt Besonders typisch ist das bei **ehemals starken Traditionsmarken**, deren Name weiterverkauft oder lizenziert wurde. Dann klebt auf dem Produkt ein bekannter Markenname, produziert wird aber von einem anderen Unternehmen – teils sogar je nach Produktkategorie von verschiedenen Firmen. Genau so wird etwa **Telefunken** heute für sehr unterschiedliche Produkte per Lizenz genutzt; das Handelsblatt beschreibt das ausdrücklich als Wiederbelebung einer „toten Marke“. ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/telefunken-comeback-tote-marken-leben-laenger/11737426.html)) Ähnlich funktioniert es in der **Mode**: Viele bekannte Namen sind keine eigenständigen Hersteller mehr, sondern Markenrechte im Portfolio großer Lizenz- und Vertriebskonzerne. Das Handelsblatt nennt dafür unter anderem **DKNY, Donna Karan, Calvin Klein, Tommy Hilfiger** und **Karl Lagerfeld Paris** im Umfeld von G-III als Lizenz- oder Portfoliomarken. Das heißt nicht automatisch „billig“, aber der Name auf dem Etikett ist dann nicht identisch mit dem eigentlichen Produzenten. ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/mode-karl-lagerfeld-bekommt-us-eigentuemer-giii-apparel-uebernimmt-die-modemarke-komplett/28293802.html)) ## Typische Beispiele Klassische Kandidaten für „Name groß, Herstellung woanders“ sind vor allem solche Marken, die heute vor allem über **Lizenzvergabe** leben, zum Beispiel: - **Telefunken** - **Dual** - **Grundig** - **Agfa** - **Zündapp** ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/telefunken-comeback-tote-marken-leben-laenger/11737426.html)) Der wichtige Punkt: Bei solchen Marken ist nicht der historische Ruf entscheidend, sondern **wer das konkrete Produkt heute baut**. Ein Telefunken-Fernseher hat mit dem früheren Telefunken-Unternehmen praktisch nichts mehr zu tun, sondern mit dem aktuellen Lizenznehmer und dessen Fertigung. ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/telefunken-comeback-tote-marken-leben-laenger/11737426.html)) ## Was oft missverstanden wird Nicht jede bekannte Marke, hinter der ein anderer Konzern steht, ist nur noch „Etikett“. Wenn **Unilever, Nestlé oder PepsiCo** Marken besitzen, sind das meist normale Konzernmarken – also keine bloßen leeren Namen, sondern Teil eines großen Herstellersystems. Dass hinter **Langnese, Knorr oder Dove** ein Konzern steckt, ist etwas anderes als eine Marke, die nur noch lizenziert wird. ([handelsblatt.com](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/konsumgueterriese-langnese-knorr-dove-das-sind-die-marken-von-unilever/21075296.html)) Der eigentliche Warnhinweis für dich ist daher nicht „gehört zu einem anderen Konzern“, sondern: - **Impressum nennt einen unbekannten Lizenznehmer** - **Hersteller wechselt je nach Produkt** - **Marke existiert in völlig fremden Produktkategorien** - **Historischer Markenruf passt nicht mehr zur heutigen Firma** ## Praktische Konsequenz Wenn du wissen willst, ob eine große Marke nur noch vom Namen lebt, schau nicht auf das Logo, sondern auf **Herstellerangabe, Lizenzhinweise und Unternehmensname auf der Verpackung**. Gerade bei Elektronik und Mode ist der Markenname oft stärker als die tatsächliche Herstelleridentität. Der überraschende Unterschied ist: **Bei Lebensmitteln produzieren oft starke Hersteller zusätzlich billige Handelsmarken mit**, während bei Elektronik eher umgekehrt ein alter großer Markenname auf Ware anderer Produzenten gesetzt wird. Die WirtschaftsWoche nennt dafür Beispiele wie **Zentis für Rewe „Ja!“**. ([wiwo.de](https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/eigenmarken-wer-hinter-no-name-produkten-steckt/5923178.html))