Was war das letzte gute Album von Metallica und welche Kritik gab es an späteren CDs?
Antwort vom**Wenn du „gut“ im Sinn von künstlerisch geschlossen und von Fans/Kritik breit akzeptiert meinst, war das letzte wirklich unstrittig gute Metallica-Album meist das „Black Album“ (1991); wenn du spätere Comebacks gelten lässt, nennen viele eher „Hardwired… to Self-Destruct“ (2016) als letztes überzeugendes Spätwerk.** ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/22629-hardwiredto-self-destruct/)) ## Die kurze Einordnung Der eigentliche Streitpunkt ist nicht **ob** Metallica nach 1991 noch gute Songs hatten, sondern **ob sie danach noch einmal ein durchgehend starkes Album** gemacht haben. Genau da kippt die Diskussion: - **konservativ betrachtet:** letztes gutes Album = **„Metallica“ / Black Album** - **großzügiger betrachtet:** spätes Comeback = **„Hardwired… to Self-Destruct“** - **Außenseiter-Meinung:** **„Death Magnetic“** war schon die Rückkehr zur Form, aber mit klaren Makeln. ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/22629-hardwiredto-self-destruct/)) ## Warum spätere Alben so oft kritisiert wurden **„Load“ (1996)** Kritik: zu weit weg vom Thrash, mehr Alternative-/Hard-Rock, weniger Biss, weniger „Metallica-DNA“. Heute wird das Album etwas fairer gesehen, aber damals galt es für viele als erster echter Stilbruch. Der wichtige Unterschied: **„Load“ wird rückblickend eher als mutiges, aber falsches Abbiegen gesehen – nicht als Totalausfall.** ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/metallica-load-remastered-deluxe-box-set/)) **„Reload“ (1997)** Kritik: wirkte wie die schwächere Resteverwertung von „Load“ – weniger zwingende Songs, mehr Füllmaterial, insgesamt zerfahrener. Genau deshalb wird oft gesagt: **Aus den besten Songs von „Load“ und „Reload“ hätte ein starkes Einzelalbum werden können.** ([loudersound.com](https://www.loudersound.com/reviews/metallica-reload-album-of-the-week-club-review)) **„St. Anger“ (2003)** Das ist der klare Tiefpunkt in fast jeder Debatte. Hauptkritik: - berüchtigter **blecherner Snare-Sound** - **keine Gitarrensoli** - überlange, unfertig wirkende Songs - viel rohe Energie, aber kaum ausgearbeitetes Songwriting. Praktisch heißt das: Das Album klingt nicht wie eine radikale Meisterentscheidung, sondern wie eine Band in der Krise, die ihre Ideen nicht sauber zu Ende gebaut hat. ([laut.de](https://laut.de/Metallica/Alben/St.-Anger-4432)) **„Death Magnetic“ (2008)** Kritik: musikalisch deutlich näher an altem Metallica, aber oft als **forciertes Retro-Comeback** empfunden. Dazu kam der berüchtigte **überkomprimierte, laute Sound** („Loudness War“), der viele Songs anstrengender macht, als sie sein müssten. Deshalb sagen viele: **gute Riffs, gutes Songmaterial, aber kein wirklich angenehmes Album zum Hören.** ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/12180-death-magnetic/)) **„Hardwired… to Self-Destruct“ (2016)** Das wurde deutlich besser aufgenommen. Kritikpunkte blieben trotzdem: - nicht durchgehend auf Topniveau - teils zu lang - stellenweise kalkulierte Selbstzitate / Fan-Service. Trotzdem ist genau das für viele das **letzte gute Metallica-Album**, weil es erstmals seit langem wieder **Energie, Hooks und halbwegs konstantes Niveau** zusammenbrachte. ([laut.de](https://laut.de/metallica/alben/hardwired...to-self-destruct-105191)) **„72 Seasons“ (2023)** Kritik: solide bis gut, aber oft als **zu lang, zu ähnlich, zu wenig Überraschung** beschrieben. Positiv hervorgehoben wurden zwar wieder Kirk Hammetts Soli und die Spielfreude, aber der große Vorwurf lautet: **kompetent statt zwingend.** ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/metallica-72-seasons/)) ## Mein klares Urteil Wenn du nach dem **letzten Album fragst, bei dem man ohne große Rechtfertigung sagen kann „das ist ein starkes Metallica-Album“**, dann ist die beste Antwort **„Hardwired… to Self-Destruct“**. Wenn du nach dem **letzten unumstritten großen Album** fragst, dann endet die Geschichte praktisch beim **Black Album**. Der Kern der Kritik an fast allen späteren Platten ist immer derselbe: **Entweder Metallica entfernten sich zu weit von ihrer Stärke („Load/Reload“), oder sie versuchten die Rückkehr zu erzwingen und klangen dabei unfertig, überladen oder künstlich („St. Anger“, „Death Magnetic“, teils „72 Seasons“).** ([pitchfork.com](https://pitchfork.com/reviews/albums/22629-hardwiredto-self-destruct/)) **Kurz gesagt: letztes unstrittig gutes Album = „Black Album“, letztes gutes Spätwerk = „Hardwired“.**