Wie viele Kinder werden am Wochenende von digitalen Geräten unterhalten statt auf dem Spielplatz oder im Schwimmbad aktiv zu sein?
Antwort vom**Eine belastbare Zahl dafür gibt es so nicht. Klar ist aber: In Deutschland verbringen viele Kinder am Wochenende viel Zeit mit Bildschirmmedien, während zugleich nur etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen die Bewegungsempfehlung von täglich 60 Minuten erreicht.** ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Verhalten/HTML_Themenblatt_Bildschirmmedien.html)) ## Was man dazu seriös sagen kann Die Frage unterstellt einen direkten Ersatz: digitales Gerät **statt** Schwimmbad oder Spielplatz. Genau dieser 1:1-Nachweis wird in den großen deutschen Studien meist nicht erhoben. Erfasst werden vor allem **Bildschirmzeit**, **Bewegungsverhalten** und teils die **Erreichbarkeit von Bewegungsräumen**. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Verhalten/HTML_Themenblatt_Bildschirmmedien.html)) Für 10- bis 17-Jährige meldet Destatis auf Basis der Zeitverwendungserhebung 2022 im Schnitt **1 Stunde und 7 Minuten täglich** für Video- und Computerspiele; die Erhebung umfasst ausdrücklich auch **einen Tag am Wochenende**. Das ist aber kein Wert nur für Samstage und Sonntage und auch nicht für alle Bildschirmmedien zusammen. ([destatis.de](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2024/PD24_34_p002.html)) Das RKI verweist zugleich darauf, dass für die meisten Kinder und Jugendlichen **Spielplätze, Sportanlagen und Grünflächen gut erreichbar** sind. Das spricht dagegen, das Problem pauschal nur mit fehlenden Orten zu erklären. Entscheidend sind oft eher Familienalltag, Gewohnheiten, Wetter, Kosten, Begleitung und Medienroutinen. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Verhaeltnisse/HTML_Themenblatt_Kommune_Bewegungsraeume_Erreichbarkeit.html)) ## Die praktische Einordnung Der eigentliche Punkt ist deshalb nicht „wie viele genau werden am Wochenende vom Tablet geparkt“, sondern: **zu viele bewegen sich insgesamt zu wenig, obwohl Bewegungsräume meist vorhanden sind.** Das ist die relevante Konsequenz. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/Adipositas-Monitoring/Verhaeltnisse/HTML_Themenblatt_Kommune_Bewegungsraeume_Erreichbarkeit.html)) Ein wichtiger Unterschied zu typischen Kurzantworten: Hohe Bildschirmzeit bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind gar nicht draußen ist. Problematisch wird es dann, wenn Bildschirmzeit **regelmäßig aktive Freizeit verdrängt**. Genau deshalb sind kombinierte Zahlen aus Mediennutzung und Bewegung aussagekräftiger als eine isolierte „Wie viele Kinder sitzen am Handy?“-Zahl. Diese Zusammenhänge beschreibt das RKI auch in seinen KiGGS-Auswertungen. ([edoc.rki.de](https://edoc.rki.de/handle/176904/1897)) ## Kurzfazit **Eine exakte Wochenend-Zahl „Kinder an Geräten statt auf dem Spielplatz oder im Schwimmbad“ gibt es für Deutschland nicht als Standardstatistik. Gesichert ist aber: Bildschirmnutzung ist hoch, und die Mehrheit erreicht die Bewegungsempfehlung nicht.** ([destatis.de](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2024/PD24_34_p002.html))