Was sagt es über einen Menschen aus, wenn er absichtlich ignoriert, dass notwendige medizinische Versorgung jedem zustehen muss – unabhängig vom Einkommen?
Antwort vomWer absichtlich ignoriert, dass notwendige medizinische Versorgung allen zustehen sollte, vertritt in der Regel eine Haltung, die **Menschenwürde und Gleichwertigkeit nicht als obersten Maßstab** nimmt, sondern andere Werte höher gewichtet – etwa **Eigentum/Leistung**, **Kostenminimierung**, **Abschreckung** oder ein **„Wer nicht zahlen kann, hat Pech“-/„selbst schuld“‑Denken**. Das macht jemanden nicht automatisch zu „einem bestimmten Typ Mensch“ im psychologischen Sinn, aber es beschreibt häufig: - **Geringe Solidaritäts- und Empathieorientierung** gegenüber Schwächeren - **Starkes Meritokratie-/Marktdenken** („Zugang nur gegen Gegenleistung“) - **Moralische Distanzierung** (Leid wird als abstrakte Zahl/„Kostenfaktor“ behandelt) - **Dehumanisierung oder Abwertung** bestimmter Gruppen (implizit oder offen) - **Autoritäre oder sozialdarwinistische Tendenzen** („die Starken setzen sich durch“) Kurz: Es ist meist eine **normative Entscheidung**, Gesundheit nicht als **Grundrecht**, sondern als **Ware** zu behandeln – und dabei in Kauf zu nehmen, dass Armut krank macht und Krankheit arm macht.