Woher stammt das Bild vom Nikolaus mit dem Teufel als Begleiter in der christlichen Volkskultur?

Antwort

Das Bild vom Nikolaus, der vom Teufel oder einer teuflischen Gestalt begleitet wird, hat seinen Ursprung in der mitteleuropäischen Volkskultur, insbesondere im Alpenraum (Österreich, Süddeutschland, Schweiz, Teile Tschechiens, Sloweniens und Ungarns). Diese Tradition entwickelte sich im Laufe des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Der Nikolaus, als gütiger Gabenbringer, wurde in der Volksfrömmigkeit oft von einer finsteren Gestalt begleitet, die unartige Kinder erschrecken oder bestrafen sollte. Diese Figur ist unter verschiedenen Namen bekannt, zum Beispiel als "Krampus" (vor allem in Österreich und Bayern), "Knecht Ruprecht" (in Norddeutschland), "Perchten", "Schmutzli" (in der Schweiz) oder "Hans Muff". Die Wurzeln dieser Begleitfigur liegen teilweise in vorchristlichen, heidnischen Bräuchen, in denen dämonische Gestalten in der Winterzeit durch die Dörfer zogen. Mit der Christianisierung wurden diese Bräuche in das Nikolausfest integriert. Die Kirche tolerierte oder förderte diese Verbindung, um die christliche Botschaft von Belohnung und Bestrafung zu verdeutlichen: Der Nikolaus belohnt die Guten, der Teufel (bzw. sein Stellvertreter) bestraft die Bösen. Zusammengefasst: Das Bild vom Nikolaus mit teuflischem Begleiter entstand im mitteleuropäischen Raum, besonders im Alpengebiet, durch die Verschmelzung christlicher und vorchristlicher Traditionen in der Volkskultur.

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