Zu wenig zu sprechen ist nicht automatisch ein Problem; entscheidend ist, ob dein Schweigen im Job als Desinteresse, Unsicherheit oder fehlende Abstimmung wirkt. Wenn Kollegen das sagen, meinen sie o...
Was tun, wenn immer dieselben Kollegen kranke Kollegen vertreten und andere sich weigern?
Antwort vomWenn immer dieselben (kranken) Kolleg:innen vertreten und andere sich weigern, ist das ein Organisations- und Führungsproblem – nicht die Aufgabe der „Zuverlässigen“, es dauerhaft zu kompensieren. Sinnvolle Schritte: 1) **Gesundheitsschutz sofort priorisieren** - Wer krank ist, **arbeitet nicht** und **übernimmt keine Vertretung** (auch nicht „nur kurz“/remote), sonst verlängert sich die Krankheit und es drohen Folgeausfälle. 2) **Vertretung nur nach klaren, fairen Regeln** - Vertretungen müssen **planbar, begrenzt und rotierend** sein (z. B. Vertretungsplan mit Reihenfolge, Maximalstunden/Maximaldienste pro Monat, Ausgleich durch Freizeit oder Vergütung). - „Weigern“ ohne Konsequenz funktioniert nur, wenn es **keine verbindliche Regel** gibt. Das muss die Leitung festlegen. 3) **Schriftlich dokumentieren** - Für jede Vertretung: Datum, Dauer, Aufgabe, Grund (Ausfall), wer angefragt wurde, wer übernommen hat, Mehrarbeit/Überstunden. - Das ist wichtig, um Überlastung, Ungleichverteilung und ggf. Arbeitszeitverstöße belegbar zu machen. 4) **Arbeitszeit & Überstunden sauber halten** - Keine „stille Mehrarbeit“. Überstunden nur, wenn **angeordnet oder genehmigt** (je nach Betriebspraxis/Vertrag) und dann **erfassen**. - Pausen- und Höchstarbeitszeiten einhalten; sonst trägt am Ende oft die ausführende Person das Risiko. 5) **Thema an die richtige Stelle eskalieren** - **Direkt an die Führungskraft**: Problem = unfaire Lastverteilung + Gesundheitsrisiko + Qualitäts-/Fehlerrisiko. - **Betriebsrat/Personalrat** einschalten, falls vorhanden (Mitbestimmung bei Arbeitszeit, Überstunden, Dienstplänen, Belastung). - Bei anhaltender Überlastung: **Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung** bzw. Überlastungsanzeige (im öffentlichen Dienst/klinischen Bereich üblich) – damit wird klar: so ist es nicht sicher leistbar. 6) **Grenzen setzen (professionell)** - Keine Diskussionen über „Kollegialität“, sondern über **Kapazität**: „Ich kann heute X übernehmen, mehr ist nicht leistbar, ohne Qualität/Arbeitszeit zu verletzen.“ - Aufgaben priorisieren lassen: Was bleibt liegen Das muss die Leitung entscheiden, nicht die Vertretenden. 7) **Strukturelle Lösungen einfordern** - Vertretungspool, Springer:in, Rufbereitschaft mit Ausgleich, klare Vertretungsrollen, Einarbeitung mehrerer Personen, Standardprozesse/Checklisten, Mindestbesetzung, ggf. temporäre externe Unterstützung. Rechtlich (Deutschland, allgemein): Arbeitgeber müssen Arbeit **so organisieren**, dass Gesundheit geschützt wird; Beschäftigte müssen arbeitsvertragliche Pflichten erfüllen, aber **nicht unbegrenzt** und nicht unter Verstoß gegen Arbeitszeit/Arbeitsschutz. Verbindliche, faire Regeln und konsequente Führung sind hier der Schlüssel.
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